Turngemeinde (später TSV) Bettenhausen 1888
Freie Turnerschaft Bettenhausen 1895
Es begann auf dem Forst…

Diese Worte treffen chronistisch sowohl auf die ältesten Kasseler Fußballvereine als auch auf die Bettenhäuser Fußballer zu, die im Jahre 1910 zum ersten Wettstreit auf den Forst hinauszogen.

Es waren Spieler der Turngemeinde Bettenhausen, die noch ihre Tore (Stangen) auf den Schultern aus dem Vereinslokal zum „ausgesuchten" Plätzchen auf dem großen Forstgelände trugen. Viele Schwierigkeiten wurden durch die dem Sport feindlich gegenüberstehenden Fronten der damaligen Zeit bereitet. 

Hinten v.l.n.r.: Willi Mosebach, Fritz Raabe, Heinrich Vogler; Mitte v.l.n.r.: Gustl Umbach, Gustav Walberg, Julius Wunderlich, Konrad Schmelz, Konrad Gießler; Vorne v.l.n.r.: Martin Walberg, Arthur Standtigel, Heinrich Rehbein

 …und es begann am Schweizerhäuschen

Niederschriften besagen, dass im Jahre 1913 als Folge des Jugendturnverbots der Verein „Jugend und Sport“ gegründet wurde, dass dieser am Schweizerhäuschen seinen Sport betrieb und Fußball Trumpf gewesen sei. Dort sei vorher auch der Grundstein zur Fußballabteilung der „Freien Turnerschaft 1895“ gelegt worden. Eine rein sportliche Ausbeute aus der mündlichen Überlieferung dieser Zeit ist kaum vorhanden und wer wen besiegte, heute unwichtig geworden.

Das wohl bedeutendste Ereignis im Bettenhäuser Fußballsport vor dem ersten Weltkrieg kann hier aber doch noch gewürdigt werden. Im Jahre 1914 wurde die erste Meisterschaft errungen. Die Bettenhäuser Turngemeinde war in jenem Jahr Gaumeister im Fußball geworden. Leider wurde schon bald danach die weitere Entwicklung jäh unterbrochen. Der 1. Weltkrieg machte auch hier keinen Halt und riss so manche Lücke in die Reihen der Pioniere des Bettenhäuser Fußballs.

Anfang des Jahres 1919, nach Überwindung der ersten, üblen Nachkriegserscheinungen, kehrte bald wieder Leben in die Sportvereine zurück. Am 1. Februar wurden die „Freie Turnerschaft Bettenhausen 1895“ und am 7. Juni der „Turn und Sportverein Bettenhausen 1888“ wieder ins Leben gerufen. Es sei erlaubt, den Werdegang der jeweiligen Fußballabteilung dieser beiden Vereine nacheinander zu schildern.

Fußball im „Turn- und Sportverein Bettenhausen 1888“ bis 1933

Die Fußballer des Vereins gehörten nach dem 1. Weltkrieg dem Westdeutschen Spielverband (WSV) an und eröffneten den Spielbetrieb mit der ersten Mannschaft in der B-Klasse auf den Wiesen am Lossewerk. Dort wurde bis zur Fertigstellung des neuen Sportplatzes am Eichwald gespielt. Die Einweihung im Jahre 1920 konnte mit drei Senioren-, Jugend- und Schülermannschaften festlich begangen werden. Gegner der ersten Mannschaft war die spielstarke „05“ aus Göttingen. Nach einem sehr schönen Spiel trennte man sich 2:2. 

Die 1. Mannschaft im Jahr 1920 - Sportplatz am Eichwald  (v.l.n.r.): Gustav Riemann, Heinrich Stranz, Karl Wiedekindt, Otto Kupzok, Fritz Gora, Fritz Salomon, Hermann Kray, Karl Brunner, Wilhelm Salomon, Heinrich Fröhlich, Valentin Schmelz

Die 1. Mannschaft im Jahr 1920 - Sportplatz am Eichwald (v.l.n.r.): Gustav Riemann, Heinrich Stranz, Karl Wiedekindt, Otto Kupzok, Fritz Gora, Fritz Salomon, Hermann Kray, Karl Brunner, Wilhelm Salomon, Heinrich Fröhlich, Valentin Schmelz

Nach Erringung der Meisterschaft in der B-Klasse führte ein stetiger Aufstieg über die A-Klasse im Jahre 1923 zur Einheitsliga! In der Einheitsliga wurde ein auf beachtlichem Niveau stehender Fußball gespielt. Dieser Einheitsliga gehörten u. a. die Vereine 1848 (heute CSC 03), Kurhessen (heute KSV Hessen Kassel), CBC Sport, Hermannia, 1886 Kirchditmold und Tura Borussia Fulda an, die bei den vielen Spielen am Eichwaid erfahren mussten, wie hoch gerade auf diesem Gelände die Trauben hingen.

Im folgenden Spieljahr wurde die Einheitsliga wieder in Gau- und Kreisliga getrennt. Die Zugehörigkeit zur Kreisliga konnte jedoch bis zur „reinlichen Scheidung“ zwischen der Deutschen Turnerjugend (DT) und dem WSV gewahrt werden. Die Anordnung, die von der DT ausging, zwang Turner und Fußballer in einer Abstimmung, sich für „die einen oder die anderen“ zu entscheiden, d.h. Kameraden mussten sich trennen.

Am Tag der Abstimmung ließ man die zweite Mannschaft, bekannt unter dem Namen „Die Kickers“, zum Spiel nach Hessisch Lichtenau fahren. Ohne Mitwirkung der zweiten Mannschaft entschied sich eine knappe Mehrheit der Anwesenden für den Zusammenschluss in der DT. So machte sich die Fußballabteilung des Tuspo 1888 selbständig und spielte unter dem Namen „VfR Phönix“ weiterhin im WSV. Im VfR Phönix wurde die Tradition fortgesetzt und diese Sportler waren nach wie vor überall gern gesehene Gäste. Das sportliche „Fair Play“ galt weiter als oberstes Gebot. Das Jahr 1925 sah den Höhepunkt des Vereinsgeschehens im VfR. Neue Spieler aus den Vereinen 03, Waldau und Sandershausen sowie vorübergehend anwesende Soldaten verstärkten vor allem die erste Mannschaft, so dass sie auch in diesem Jahr zur Spitzengruppe der Kreisliga zählte.

In 1926 allerdings ging alles mit Riesenschritten dem Ende entgegen. Obwohl auch in diesem Jahr mit einem 8:1-Sieg im letzten Serienspiel gegen die Kasseler Sportfreunde 09 der Verbleib in der Kreisliga gewährleistet war, musste der VfR Phönix aufgelöst werden. Spielerabwanderungen, finanzielle Schwierigkeiten, da man die Pacht für den Platz so gut wie allein aufbringen musste, führten nach Abschluss der Serie zur Auflösung. Noch ahnte niemand, auf welche Weise die Tradition fortgesetzt werden sollte.

Fußball in der „Freien Turnerschaft Bettenhausen 1895“ bis 1933

Die Freie Turnerschaft Bettenhausen 1895 gehörte dem Arbeiter-Turn- und Sportbund an. Die Fußballer spielten im 1. Bezirk des XIII. Kreises. Sehr bald nach dem 1. Weltkrieg konnte man am Söhrebahnhof einen Sportplatz errichten, der aber nach einigen Jahren wieder abgegeben werden musste, um dafür den sehr umstrittenen Platz an der Nürnberger Straße (hinter dem Platz des CSC 03) zu bekommen. Die Fußballer bildeten die Sportabteilung im Verein und bald spielten auch hier drei Senioren-, Jugend- und Schülermannschaften. In der Sportabteilung begann eine stetige Aufwärtsentwicklung, die zu einer ausgesprochenen Blütezeit in den Jahren 1924 bis 1927 führte. Schon zu Anfang der 20er Jahre hatte sich die erste Mannschaft, überall als spielstark bekannt, in die höchste Spielklasse des Bundes gespielt. Man fieberte förmlich dem einen Ziel entgegen, der Teilnahme an der Meisterschaft des Nordwestdeutschen Bundes. Im Spieljahr 1924/25 war es dann soweit. Die erste Mannschaft wurde Bezirks- und Kreismeister. Das Rätselraten begann. Wer würde der nächste Gegner sein? Nun, heute wissen wir es, dass der schwere Gang nach Düsseldorf mit einer 0:2-Niederlage nach gutem Spiel endete.

Nicht vergessen werden soll, dass im Spieljahr 1924/25 alle drei Seniorenmannschaften Meister ihrer Spielklasse wurden.

Um Erfahrungen auf spieltechnischem und taktischem Gebiet reicher, wurde die Spielserie 1925/26 in Angriff genommen. Und noch einmal gelang der große Wurf. Die Bezirksmeisterschaft und die Kreismeisterschaft wurden beide mit Erfolg verteidigt. Auch bei der nächsten Spielansetzung hatte man diesmal Glück. Bochum-Laer musste nach Bettenhausen. Man suchte nach einem größeren Platz. Die Hessenkampfbahn ging zwar ihrer Vollendung entgegen, war aber noch nicht fertig und eingeweiht. So erlebten die Waldauer Wiesen einen großen Tag. Die Vereinsanhänger hegten große Hoffnungen, in den Spielerkreisen war man optimistisch. Man hatte Grund dazu, denn mit einem Feuereifer, gepaart mit Spielwitz und Können, lag die Mannschaft bald mit 3:0 in Führung - Halbzeitstand 3:1. Es ist bis zum heutigen Tag unverständlich geblieben, warum während der Halbzeitpause umgestellt wurde. Diese folgenschwere Umstellung führte wiederum zu einer zwar knappen, aber unnötigen 4:6-Niederlage und zum Ausscheiden im Kampf um die Bundesmeisterschaft.

Auch 1926/27 glaubte man schon den Meistertitel sicher zu haben, als das leidige Protestwesen in dieser Zeit den Bettenhäusern ein Schnippchen schlug. Von da an ging es abwärts. Schuld sollen Meinungsverschiedenheiten über die Teilnahme des Vereins an der 800-Jahr-Feier gewesen sein. Es folgten Abwanderungen und der Abstieg zur A-Klasse. Beherzte Männer fingen den völligen Niedergang jedoch ab. Mit stark verjüngter Mannschaft ging es langsam aber stetig wieder aufwärts. Im Jahre 1930 konnte auf dem Platz am Eichwald, wo man jetzt als Unterpächter spielte, die 35jährige Jubelfeier wieder mit einer spielstarken Mannschaft gegen die Sonderklassenmannschaft der Kasseler Eintracht im festlichen Rahmen begangen werden. Das nächste Spieljahr 1930/31 brachte durch Spielerzugänge die Meisterschaft der A-Klasse und den Aufstieg zur Sonderklasse. Die Zugehörigkeit wurde auch mit gutem Tabellenplatz im nächsten Spieljahr gewahrt.

Fußballer in Bad Hersfeld am 13.4.1933 vor der Brauerei Engelhardt

Fußballer in Bad Hersfeld am 13.4.1933 vor der Brauerei Engelhardt

Wir schreiben das Jahr 1933. Noch ist in bester Erinnerung, was es den Sportlern brachte. Auflösung des Arbeiter-Turn- und Sportbundes und überall die Durchführung der sogenannten „Gleichschaltung“. Wieder begann ein neuer Zeitabschnitt.

Fußball im „Turn- und Sportverein Bettenhausen 1888“ bis 1945

Die 1888er hatten wieder eine Fußballabteilung, die ehemaligen 1895er spielten in dieser Abteilung weiter. Der sportliche Wert dieser Fusion kam leider nicht so zum Tragen, da ein Teil aktiver wie passiver Sportler es vorzog, sich zurückzuziehen. Im Fußball konnte sich die erste Mannschaft der ehemaligen 95er mit drei Spielern wesentlich verstärken, wovon jedoch nur einer aus den Reihen des Tuspo kam, während zwei Bettenhäuser, bislang in Sandershausen spielend, in die Mannschaft aufgenommen wurden. Noch vor Beginn der ersten Spielserie fand ein Sportfest statt. Die erste Mannschaft hatte den SV Crumbach zu Gast und gewann 5:2.

Zur neuen Serie fanden sich alle Sonderklassen-Mannschaften in einer neuformierten Kreisklasse wieder. Die Zahl der Mitbewerber um Meisterschaft und Aufstieg war groß und sehr spielstark. Trotzdem wäre fast auf Anhieb der Aufstieg gelungen. Leider hatte man in den ersten sechs Spielen sechs Minuspunkte gesammelt, da sich die Mannschaft erst einspielen und finden musste. Aber die letzten zwölf Spiele wurden restlos gewonnen. Selbst der damalige Meister Großenritte wurde im letzten Spiel 2:0 geschlagen. Mit einem Pluspunkt zu wenig wurde die Serie beendet. Es reichte also nur zum zweiten Platz. Nachdem auch in den nächsten beiden Spieljahren 1934/35 und 1935/36 jeweils nur der 2. Platz erreicht wurde, sprach man allgemein nur noch vom „ewigen Zweiten“.

In den folgenden Jahren nahm die Spielstärke mehr und mehr ab. Durch Spielerabgänge und Einberufungen zum Arbeits- und Heeresdienst gab es immer größere Mannschaftsschwierigkeiten. Trotzdem hielt sich die erste Mannschaft immer in der Spitzengruppe, wenn auch bis zum Spieljahr 1938/39 keine Aussicht mehr auf einen Aufstieg gegeben war.

Wiederum gab es für den Fußballsport in Bettenhausen einen totalen Halt, als der 2. Weltkrieg ausbrach. Der Spielbetrieb musste im Januar 1940 eingestellt werden.

TSV Bettenhausen ab 1945

Wie aber sah es um den Kreis der Fußballer aus, die ab September 1939 nacheinander Heimat, Familie und Sportlerkreis verlassen mussten? Vereinzelt nur kehrten sie nach 1945 zurück und fanden Kassel - die Heimat -, in Trümmern vor.

Einig in der Auffassung die Tradition der Vereine von 1888 und 1895 gemeinsam fortzusetzen, wurde von einigen älteren Sportlern die Wiederauflebung des TSV Bettenhausen betrieben. Schon am 4. November 1945 konnte diese Absicht in einer Versammlung verwirklicht werden. Der Verein wurde umgehend in das Vereinsregister beim Amtsgericht Kassel eingetragen. Die Dachorganisation wurde der Landessportbund Hessen. Die Fußballabteilung schloss sich dem Hessischen Fußballverband an, der dieser Dachorganisation angehört.

Die Vorstandschaft und Leitung der einzelnen Abteilungen wurden vor fast unlösbare Probleme gestellt. Weder Sportplatz noch Turnhalle waren vorhanden. Es fehlte an Bällen, Sportkleidung und Schuhen und die Ernährungskrise machte den Aktiven zu schaffen. Ein wirklich schweres Beginnen. Doch nach und nach wurde alles geschafft. Wenn es keine Trikothemden sein konnten, dann eben solche aus Stoff. Strümpfe wurden gestrickt, die Schuhe sogar aus dem Odenwald geholt.

Aber der Sportplatz? Nach vielen vergeblichen Versuchen allerorts wurde abwechselnd auf den Waldauer Wiesen und mitunter als Gast an der Ungewitterstraße gespielt. Es begannen Punktspiele; sie blieben ein Provisorium. Erst im Herbst 1946 kamen Qualifikationsspiele. Mit einem Sieg über die schon recht spielstarken Welleröder konnten die Bettenhäuser die A-Klasse erreichen. Den Sprung zur Bezirksklasse verwehrte dem TSV die Mannschaft von Hessisch Lichtenau durch eine Niederlage in Oberkaufungen. In der A-Klasse wurde die erste Mannschaft von Jahr zu Jahr spielstärker und erreichte im Jahre 1950 im Aufstiegsspiel gegen Guxhagen in Vollmarshausen durch einen 3:1-Erfolg das angestrebte Ziel: die Bezirksklasse. 

Hinten (v.l.n.r.): Heinz Köhler, Mannschaftsbetreuer Albin Brunner, stellv. Spielleiter Siegfried Möller, Horst Daut, Fritz Jeromin, Heinrich Ernst, Christian Meyer und Spielleiter Joseph Raabe; Mitte (v.l.n.r.): Günter Arend, Heinz Schade und Willi Beyer; Vorne (v.l.n.r.): Willi Schäfer, Walter Dippel und Werner Straatmann. Es fehlen: Georg Oppermann und Rudi Becker

Hinten (v.l.n.r.): Heinz Köhler, Mannschaftsbetreuer Albin Brunner, stellv. Spielleiter Siegfried Möller, Horst Daut, Fritz Jeromin, Heinrich Ernst, Christian Meyer und Spielleiter Joseph Raabe; Mitte (v.l.n.r.): Günter Arend, Heinz Schade und Willi Beyer; Vorne (v.l.n.r.): Willi Schäfer, Walter Dippel und Werner Straatmann. Es fehlen: Georg Oppermann und Rudi Becker

Unter guter Beteiligung der Fußballabteilung war inzwischen durch Selbsthilfe der Vereinsmitglieder ein Sportplatz auf dem Spinnfasergelände entstanden. Im Rahmen der Einweihung erprobte man sich am Bezirksligisten Lohfelden. Die Mannschaft hielt sich mit einem Unentschieden (5:5) recht gut. Sie erreichte im ersten Jahr der Bezirksklasse 1950/51 unter einem Trainer ihren absoluten Höhepunkt. Nach Beendigung der Serie behaupte-te sie in der Tabelle einen Platz dicht hinter der Spitzengruppe. Leider konnte für das kommende Spieljahr noch keine Verjüngung der Mann-schaft vorgenommen werden, da entsprechender Nachwuchs fehlte. Die erste Jugendabteilung nach dem Krieg war längst aufgelöst, da die meisten Jugendlichen mangels geeigneter Betreuer abgewandert waren. 

A-Jugend bei der Einweihung des Sportplatzes Spinnfaser im Juni 1950. Hinten (v.l.n.r.): Otto Engelhardt, Karl Höhne, Günter Bohne, Fritz Kather, Alfred Teller, Hans Schlamm, Wolfgang Theis, Helmut Weißer, Jugendleiter Willi Beyer; Vorne (v.l.n.r): Wollenhaupt, Otto Kaschikowski, Horst Schwarzhaupt

A-Jugend bei der Einweihung des Sportplatzes Spinnfaser im Juni 1950. Hinten (v.l.n.r.): Otto Engelhardt, Karl Höhne, Günter Bohne, Fritz Kather, Alfred Teller, Hans Schlamm, Wolfgang Theis, Helmut Weißer, Jugendleiter Willi Beyer; Vorne (v.l.n.r): Wollenhaupt, Otto Kaschikowski, Horst Schwarzhaupt

 

Umzug 1950 auf der Dorfstraße in Bettenhausen, Jugendleiter Willi Beyer (Mitte links) präsentiert die neu gegründete Fußballjugend

Umzug 1950 auf der Dorfstraße in Bettenhausen, Jugendleiter Willi Beyer (Mitte links) präsentiert die neu gegründete Fußballjugend

Sportfest 1950

Sportfest 1950

Die von der damaligen Spartenleitung neu gegründete Jugendabteilung unter der Leitung von Willi Beyer war altersmäßig noch nicht soweit, dass Jugendliche bei den Senioren eingesetzt werden durften. So konnte die erste Mannschaft im Spieljahr 1951/52 den Abstieg gerade noch vermeiden, 1952/53 die Spielklasse aber leider nicht mehr halten. Mit wenigen Ausnahmen hatte die Mannschaft seit Kriegsende zusammen gespielt. In ihren Reihen befanden sich noch immer als Hauptstützen zwei Spieler der Vorkriegszeit, das Durchschnittsalter war infolgedessen zu hoch. Trotz-dem hatte diese Mannschaft das Zeug in sich, bei richtiger Einteilung der Kräfte gegen klassenhöhere Gegner zu bestehen. Der grandiose Sieg gegen eine KSV-Mannschaft mit sieben Vertragsspielern anlässlich eines Sommerfestes bewies dies am besten. Das Resultat von 5:1 ließ wohl keinen Zweifel offen.

Nach dieser Zeit wurde die Mannschaft nach und nach verjüngt. Zum Ein-spielen blieb ihr nicht viel Zeit, denn das Spieljahr 1955/56 verlangte ihr schon alles ab.

Von Seiten des Sportbezirks Kassel hatte man sich dazu entschlossen, in diesem Spieljahr je A-Klassen-Gruppe sechs bzw. sieben Mannschaften absteigen zu lassen. In dieser Gruppe, bestehend aus zwölf Mannschaften, musste also mindestens der sechste Tabellenplatz erreicht werden. In einem unvergleichlichen Endspurt wurden in den letzten sieben Spielen insgesamt 10:4 Punkte geholt, dabei zwei wertvolle Punkte vom Gruppenmeister Sportfreunde 09, so dass mit Platz fünf der Klassenerhalt gesichert war.

Das Spieljahr 1956/57 verlief bis auf die letzten Spieltage spannend wie selten. Mit allein 16 in Auswärtsspielen erkämpften Pluspunkten war die Voraussetzung zu Meisterschaft und Aufstieg geschaffen. Leider wurden in leichteren Heimspielen unnötige Punkte abgegeben, so dass es am Ende nur zu einem Platz in der Spitzengruppe reichte. 

Altherren-Mannschaft Mitte der Fünfziger Jahre. Hinten (v.l.n.r.): W. Dippel, W. Segel, J. Seidel, K. Dittmann, W. Mathias, K. Kolbe, Betreuer W. Beyer; Vorne (v.l.n.r.): H. Kolbe, F. Jeromin, H. Bönisch, H. Ernst, W. Werner

Altherren-Mannschaft Mitte der Fünfziger Jahre. Hinten (v.l.n.r.): W. Dippel, W. Segel, J. Seidel, K. Dittmann, W. Mathias, K. Kolbe, Betreuer W. Beyer; Vorne (v.l.n.r.): H. Kolbe, F. Jeromin, H. Bönisch, H. Ernst, W. Werner

Ein langersehnter Wunsch ging für alle Rasensportler des TSV Bettenhausen am 31.08.1957 in Erfüllung. Dank der Initiative des 1. Vorsitzenden Horst Knoke mit seinem Vorstandsmitarbeiterstab sowie des Ehrenvorsitzenden Heinrich Weißhaar wurde dem Verein von der Stadtverwaltung Kassel eine herrliche Sportstätte, die Cornelius-Gellert-Kampfbahn, am Fuße des Eichwalds mit Dusch- und Umkleideräumen übergeben. 

Verleihung der Silbernen Vereinsehrennadel an Oberbürgermeister Dr. Lauritz Lauritzen anlässlich der Sportplatzeinweihung am 31. August 1957

Verleihung der Silbernen Vereinsehrennadel an Oberbürgermeister Dr. Lauritz Lauritzen anlässlich der Sportplatzeinweihung am 31. August 1957

Große Freude herrschte in der Fußballabteilung. Diese kam auch am Einweihungstag besonders zum Ausdruck, als die erste Mannschaft die eine Klasse höher spielenden Sportfreunde 09 mit 2:1 besiegte.

Was wäre aber der Fußball ohne die Jugend? Nach eineinhalbjähriger Aufbauarbeit des Jugendbereichs liefen immerhin vier Jugendmannschaften im Jahre 1957 auf das neue Spielfeld.

Im Jahre 1958 zeigte sich schon, dass die zähe Aufbauarbeit durch die bewährte Sparten- bzw. Jugendleitung von Erfolg gekrönt wurde. Die A-, B- und die C-Jugend wurden Herbstmeister, die D-Jugend errang den 2. Platz. Das Jahr 1959 zeigte weitere Erfolgstendenzen. Die A-Jugend errang in Fürstenhagen bei einem Turnier gegen namhafte Mannschaften den begehrten Pokal. 

Der erfolgreiche Nachwuchs der Saison 1957/58. Hinten (v.l.n.r.): Walter Jonsson, Hilmar Höck, Gerd Ritter, Volker Jungk, K-P. Harland, Manfred Peterka, Jugendleiter Willi Beyer; Mitte (v.l.n.r.): Walter Steinacker, Eduard Bornscheuer, Dieter Herwig; Vorne (v.l.n.r.): Joachim Raabe, Manfred Beyer, Wolfgang Raabe

Der erfolgreiche Nachwuchs der Saison 1957/58. Hinten (v.l.n.r.): Walter Jonsson, Hilmar Höck, Gerd Ritter, Volker Jungk, K-P. Harland, Manfred Peterka, Jugendleiter Willi Beyer; Mitte (v.l.n.r.): Walter Steinacker, Eduard Bornscheuer, Dieter Herwig; Vorne (v.l.n.r.): Joachim Raabe, Manfred Beyer, Wolfgang Raabe

 

B-Jugend des TSV Bettenhausen im Jahr 1958. Hinten (v.l.n.r.): Betreuer Heinrich Ernst (Heini), Jugendleiter Willi Beyer, Günter Wenzel, Dieter Herwig, Volker Jungk, Gerd Ritter (Gecke), Klaus Harland, Joachim Rabe, Ballwart Schmerfeld; Mitte (v.l.n.r.): Walter Steinacker (Waller), Eduard Bornscheuer (Ede), Dieter Luckenbill; Vorn (v.l.n.r.): Zorn, Manfred Beyer und Wolfgang Rabe. (Foto: Gerd Ritter)

B-Jugend des TSV Bettenhausen im Jahr 1958. Hinten (v.l.n.r.): Betreuer Heinrich Ernst (Heini), Jugendleiter Willi Beyer, Günter Wenzel, Dieter Herwig, Volker Jungk, Gerd Ritter (Gecke), Klaus Harland, Joachim Rabe, Ballwart Schmerfeld; Mitte (v.l.n.r.): Walter Steinacker (Waller), Eduard Bornscheuer (Ede), Dieter Luckenbill; Vorn (v.l.n.r.): Zorn, Manfred Beyer und Wolfgang Rabe. (Foto: Gerd Ritter)

Die C-Jugend verlor in Wattenbach erst im Endspiel gegen Arminia Hannover ehrenvoll mit 2:3. Ein weiterer Erfolg war die Erringung des Kreispokals des Kreisjugendausschusses durch die C-1-Jugend. Gruppensiege waren bis 1962 keine Seltenheit mehr. Der Jugendfußball des TSV Bettenhausen machte sich mit diesen Erfolgen im Kreis Kassel unter der Leitung von Willi Beyer einen guten Namen.

Die Seniorenmannschaften, vor allem die erste Mannschaft, spielten im Spieljahr 1957/58 mit wechselndem Erfolg. Die Serienspiele der ersten Mannschaft wurden mit dem 5. Platz in der Tabelle abgeschlossen. Aktive und Passive waren aber durch die Erfolge der Jugend im Hinblick auf die erste Mannschaft optimistisch, denn wie überall bei reinen Amateurmannschaften sollte ja einmal die heranwachsende Jugend das Kernstück der ersten Mannschaft bilden.

Das Spieljahr 1958/59 begann verheißungsvoll. Bei Ende der Vorserie stand die erste Mannschaft mit an der Spitze der Tabelle und Oberkaufungen wurde nur durch das bessere Torverhältnis Herbstmeister. Bei Beendigung der Nachserie musste sich die Mannschaft allerdings mit dem 4. Tabellenplatz begnügen. Zu dieser Zeit stellte sich merklich heraus, dass die Mannschaft im Durchschnitt zu alt war und vor allen Dingen die Torwartfrage einer Lösung bedurfte.

Bei Beginn der Serienspiele 1959/60 sah sich die Spartenleitung gezwungen, bedingt durch mehrere Abwanderungen begabten Nachwuchs in die erste Mannschaft hereinzunehmen und es wurde eine Mischung von jung und alt.

Die jungen Spieler mussten leider sofort ohne Übergang in schweren Serienspielen ihren Mann stehen. So war es gar nicht verwunderlich, dass diese Mannschaft die Vorserie an 13. Stelle abschloss. Mit Sorge ging man in die Rückrunde. Die Mannschaft hielt sich aber überraschend gut und gewann hintereinander sieben Spiele. Außerdem siegte die Mannschaft im Serienspiel gegen die KSV-Reserve, in der mehrere Vertragsspieler standen, mit 2:1 Toren. Am Ende der Spielrunde nahm die Mannschaft den 9. Tabellenplatz ein und man war mit der Leistung insgesamt zufrieden. 

Spiel und Spaß beim TSV Bettenhausen - 1960

Spiel und Spaß beim TSV Bettenhausen - 1960

Im Spieljahr 1960/61 meldete die Spartenleitung zuzüglich zu den bisherigen Mannschaften noch eine Juniorenmannschaft. Diese Jungs warteten gleich mit schönen Erfolgen auf. Bei einem Turnier in Wellerode kämpften sie sich gegen Mannschaften wie CSC 03, Hermannia, Harleshausen und Wellerode bis ins Endspiel vor, und im Juni 1962 gelang es der Junioren-mannschaft sogar, Turniersieger in Wellerode gegen namhafte Mannschaften des Kreises Kassel zu werden.

Im Spieljahr 1960/61, einem schwarzen Jahr in der traditionsreichen Fußballgeschichte des TSV Bettenhausen, musste die erste Mannschaft den bitteren Weg des Abstiegs in die B-Klasse antreten.

Durch fleißiges Trainieren und Einsetzen eines Übungsleiters nahm sich die erste Mannschaft vor, im Spieljahr 1961/62 den Wiederaufstieg in die A-Klasse zu erreichen. Nach anfänglichen Erfolgen kam die Mannschaft aber am Ende des Spieljahres nicht über den 6. Tabellenplatz hinaus.

Die 1. Fußballmannschaft des TSV Bettenhausen im Jahr 1961. Hinten (v.l.n.r.): Betreuer Fritz Hamp, Franz Wagner, Ottmar Feiler, Helmut Zufall, Werner Schmidtmann, Gerd Ritter (Gecke), Wolfgang Theis (Karo), Karl Höhne;Vorn (v.l.n.r.): Ernst Engelhardt, Hans Kolbe, Adolf Eisenträger (Atze), Rainer Jungk (Hummel) und Günter Herwig (Günni) (Foto: Gerd Ritter)

Die 1. Fußballmannschaft des TSV Bettenhausen im Jahr 1961. Hinten (v.l.n.r.): Betreuer Fritz Hamp, Franz Wagner, Ottmar Feiler, Helmut Zufall, Werner Schmidtmann, Gerd Ritter (Gecke), Wolfgang Theis (Karo), Karl Höhne;Vorn (v.l.n.r.): Ernst Engelhardt, Hans Kolbe, Adolf Eisenträger (Atze), Rainer Jungk (Hummel) und Günter Herwig (Günni) (Foto: Gerd Ritter)

Die gute Kameradschaft in der Fußballabteilung und der nie erlahmende Fleiß der Abteilungsleiter sowie der Jugendleiter brachten es immer wieder fertig, erfolgreiche Jugend- und Junioren- sowie erste, zweite und dritte Mannschaften zu stellen. Eine Juniorenmannschaft schaffte auf Anhieb 1967 den Pokalsieg des Bezirks Kassel und schied auf Landesebene erst im Endspiel aus.

KVF Sportfreunde 09

Der Verein KFV Sportfreunde 09 wurde im Juli 1909 im Stadtteil Weserspitze ins Leben gerufen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Willi Weigandt gewählt. Sportplatz war der Reitplatz Trainkaserne. Der Spielbetrieb der Fußballmannschaften wurde auch durch den ersten Weltkrieg nicht unterbrochen. Die Spielstärke der Mannschaft war damals beachtlich. Bei der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus wurde der Verein im Jahr 1933 verboten und das Vereinsvermögen beschlagnahmt.

Im Juni 1951 wurde der Wunsch ausgesprochen, einen eigenen Sportverein in den drei Siedlungen Forstfeld, Erlenfeld und Städt. Siedlung zu gründen. Nach mehreren Besprechungen nahmen ehemalige Mitglieder des Vereins, Konrad Port, J. Corthals, W. Strube, K. Lotze, die Arbeit auf. Dazu gesellten sich H. Marschall, G. Rosenblath, Johannes und H. Weidlich. Man stand vor der schweren Aufgabe, aus dem Nichts heraus einen Verein zu gründen. Am 8. Juli 1951 wurde zu einer Gründungsversammlung eingeladen, zu der 36 Personen erschienen. Der Versammlungsleiter Konrad Port stellte den Antrag, den Verein KFV Sportfreunde 09 zu benennen und damit die alte Tradition wieder aufleben zu lassen. Der damalige Vorstand setzte sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender K. Tackenberg, Schriftführer H. Marschall, Kassierer G. Rosenblath, Spartenleiter Fußball W. Strube, Jugendleitung Eckhardt/Lotze. Vereinslokal wurde das Gasthaus Scharf in der Ochshäuser Straße. Am 15. Dezember 1951 veranstalteten die Sportfreunde 09 im "Theater des Ostens" erstmalig nach dem Krieg wieder eine Weihnachtsfeier.

Im Spieljahr 1951/52 nahm der Verein außer Konkurrenz an dem Spielbetrieb in der B-Klasse mit einer 1. und 2. Mannschaft teil. Weiter wurden zwei Jugend- und zwei Schülermannschaften angemeldet.

Nachdem man zunächst auf fremden Plätzen spielte, gelang es dem Verein 1951 in Eigenarbeit selbst einen Platz herzurichten. Mit viel Liebe und Mühe und der Unterstützung einiger Gönner des Vereins gelang es, aus der an der Ungewitterstraße zur Verfügung stehenden Wiese ein Sportplatzgelände zu schaffen, auf dem am 16. September 1951 zum ersten Mal ein Pflichtspiel absolviert wurde. Die gegnerische Mannschaft kam damals aus Uschlag.

Der Sportbetrieb nahm einen guten Aufschwung. Nach dreimaligem Anlauf wurde endlich im Spieljahr 1953/54 die Meisterschaft in der B-Klasse errungen. Der Aufstieg in die A-Klasse war der Lohn. Im ersten Jahr in einer höheren Spielklasse standen die Sportfreunde nach Beendigung der Spielzeit punktgleich mit Helsa. Das Entscheidungsspiel in Niederkaufungen gegen Helsa ging 2:1 verloren und damit war der ersehnte Aufstieg in die Bezirksklasse vereitelt.

In diesem Jahr stand die gleiche Mannschaft an erster Stelle mit sechs Punkten Vorsprung bei noch ausstehenden sechs Spielen in der A-Klasse Gruppe I Kassel. Das Ziel, die Erringung der Meisterschaft, war in greifbare Nähe gerückt.

In den Folgejahren war der Verein, der mittlerweile über eine Handballabteilung verfügte, ein fester Bestandteil im Bettenhäuser Sport.

Die Fußball-C-1-Schüler des KFV Sportfreunde 09, die in der Saison 1959/60 nach einem 3:2-Sieg über den KSV Hessen auf den Waldauer Wiesen Stadtmeister wurden, mit: Hinten (v.l.n.r.): Jugendleiter Hermann Bückhart, Peter Arent, Betreuer Hermann Assmann, Rainer Steinfort, Reinhard Söhnchen, Manfred Engelmann, Gerhard Wilhelm, Lothar Wenzel, Kurt Assmann, Waldemar Port, Betreuer Hans Gischel; Vorn (v.l.n.r.): Norbert Grau, Lothar Uhl und Peter Kirchberg

Die Fußball-C-1-Schüler des KFV Sportfreunde 09, die in der Saison 1959/60 nach einem 3:2-Sieg über den KSV Hessen auf den Waldauer Wiesen Stadtmeister wurden, mit: Hinten (v.l.n.r.): Jugendleiter Hermann Bückhart, Peter Arent, Betreuer Hermann Assmann, Rainer Steinfort, Reinhard Söhnchen, Manfred Engelmann, Gerhard Wilhelm, Lothar Wenzel, Kurt Assmann, Waldemar Port, Betreuer Hans Gischel; Vorn (v.l.n.r.): Norbert Grau, Lothar Uhl und Peter Kirchberg

Um höhere Ziele, besonders im Fußballbereich, zu erreichen, schloss sich am 1. Juli 1970 der Verein mit dem TSV Bettenhausen e.V. zum VfB Kassel e.V. zusammen.

VfB Kassel

Durch das Vertrags- und Lizenzspielerwesen wurde die Erhaltung eines reinen Amateurvereins immer schwieriger. Nur ein Verein einer bestimmten Größenordnung konnte lebensfähig sein. Der erste Schritt in diese Richtung wurde am 15. Juli 1970 durch die Fusion des TSV Bettenhausen mit den KFV Sportfreunden 09 zur Gründung des VfB Kassel e.V. getan. Auf der gemeinsamen Mitgliederversammlung beider Vereine wurde dem bereits am 2. Juli 1970 getrennt zugestimmten Zusammenschluß stattgegeben und die Gründung des VfB Kassel bei nur einer Stimmenthaltung mit überwältigender Mehrheit der Mitglieder beschlossen. Die Wahlen des geschäftsführenden Vorstandes ergaben: 1. Vorsitzender: Th. Dittmar, 2. Vorsitzender: M. Zimmer, 1. Kassierer: W. Salomon; 1. Schriftführer: H. Schwarz, drei Beisitzer: A. Knoke, J. Corthals, E. Neynhaber, Vereinsjugendwart: D. Wurmbach.

Von diesem Zusammenschluss profitierten zunächst die Fußballer in Bettenhausen. In den Spieljahren 1970 bis 1973 blieb die erste Mannschaft zwar nur Vizemeister der A-Klasse, bis ihr dann im Spieljahr 1973/74 der große Wurf gelang: der Aufstieg in die Bezirksklasse.

Die Jugendarbeit im VfB Kassel wurde unter der Leitung bewährter Mitarbeiter in einer Abteilung fortgeführt, die mit allen Mannschaften (zum Teil sieben bis acht Spielergruppen) im Kreis sowie im Bezirk Kassel bei der Vergabe der Meisterschaften immer ein Wort mitgeredet hat.

Die Fußball-C-1-Schüler des VfB Kassel wurden in der Saison 1973/74 Meister in der Kreisleistungsklasse. Beim anschließenden Bezirksmeisterschafts-Turnier in Bebra konnte die Mannschaft ungeschlagen und ohne Gegentor Bezirksmeister werden. Im Endspiel wurde Bebra mit 1:0 (Torschütze Peter Rheidt) besiegt. Die Mannschaft: Hinten (v.l.n.r.): Betreuer Gerhard Baumgärtel, Peter Rheidt, Hartmut Scherbaum, Walter Danz, Trainer Norbert Grau, Helmut Hampel; Mitte (v.l.n.r.): Harald  Krug, Michael Hupperich, Wolfram Pillekeit, Harald Eisenträger,Claiborne Harndorf, Volker Hess, Andreas Lindner; Vorn (v.l.n.r.): Michael Herwig, Uwe Schütte, Thomas Keppel, Bernd Kapke und Walter Hampel

Die Fußball-C-1-Schüler des VfB Kassel wurden in der Saison 1973/74 Meister in der Kreisleistungsklasse. Beim anschließenden Bezirksmeisterschafts-Turnier in Bebra konnte die Mannschaft ungeschlagen und ohne Gegentor Bezirksmeister werden. Im Endspiel wurde Bebra mit 1:0 (Torschütze Peter Rheidt) besiegt. Die Mannschaft: Hinten (v.l.n.r.): Betreuer Gerhard Baumgärtel, Peter Rheidt, Hartmut Scherbaum, Walter Danz, Trainer Norbert Grau, Helmut Hampel; Mitte (v.l.n.r.): Harald Krug, Michael Hupperich, Wolfram Pillekeit, Harald Eisenträger,Claiborne Harndorf, Volker Hess, Andreas Lindner; Vorn (v.l.n.r.): Michael Herwig, Uwe Schütte, Thomas Keppel, Bernd Kapke und Walter Hampel

Die erste Mannschaft musste bedauerlicherweise nach einem Jahr der Zugehörigkeit zur Bezirksklasse wieder in die A-Klasse absteigen. Hinzu kam, dass verschiedene Sportfreunde Mitte des Jahres 1975 der Meinung waren, sich von der Fußballabteilung des VfB Kassel trennen zu müssen, um einen neuen Fußballverein in Bettenhausen zu gründen. Die Fußballabteilung musste deshalb wieder neu aufgebaut werden. Unter großen Bemühungen der alten TSVer, auch aus anderen Abteilungen, spielte der VfB Kassel 1975/76 mit drei Mannschaften. Da sich sämtliche Schüler und Jugendliche dem neuen FSV Kassel anschlossen, gab es viel Arbeit für den Jugendleiter und seine Helfer. Doch schon nach kurzer Zeit hatte der VfB 75 Schüler und Jugendliche und man begann im Spieljahr 1975/76 mit drei Schülermannschaften und einer B-Jugend-Mannschaft. Die erste Mannschaft belegte in dieser Zeit jeweils einen Mittelplatz in der A-Klasse. 

1. Mannschaft 1975 auf der Cornelius-Gellert-Kampfbahn. Hinten (v.l.n.r.): Abteilungsleiter W. Beyer, H. Rieger, R. Jungk, K.-H. Nordmeier, F. Hänisch, Spielertrainer E. Krieger, R. Jack, We. Petzsche, W. Tölle; Vorne (v.l.n.r.): R. Levien jun., M. Beyer, H. Billing, J. Müller, Wl. Petzsche

1. Mannschaft 1975 auf der Cornelius-Gellert-Kampfbahn. Hinten (v.l.n.r.): Abteilungsleiter W. Beyer, H. Rieger, R. Jungk, K.-H. Nordmeier, F. Hänisch, Spielertrainer E. Krieger, R. Jack, We. Petzsche, W. Tölle; Vorne (v.l.n.r.): R. Levien jun., M. Beyer, H. Billing, J. Müller, Wl. Petzsche

Die weitere Entwicklung verlief in etwa gleichbleibend. Das hatte bis zum Ende der Spielzeit 1981/82 Bestand, als die erste Mannschaft einer Neuregelung zum Opfer fiel und in die B-Klasse absteigen musste. Die großartige Arbeit in der Jugendabteilung begann zwangsläufig erst zu diesem Zeitpunkt Früchte zu tragen. Diese Konstellation gehörte zu den Spätfolgen der gelösten Fusion mit den ehemaligen Sportfreunden 09, als der VfB seine gesamte Fußballjugend an den neugegründeten FSV verlor. Mit einem einzigen Spieler, dem Sohn des unvergessenen Jugendleiters der Fußballabteilung, Horst Rieger, zusammen mit dem Abteilungsleiter Willi Beyer wurde der Neuaufbau begonnen. So fehlten naturgemäß einige Jahre in der Entwicklung und damit auch der dringend benötigte Nachwuchs für die 1. Herrenmannschaft, der sich aber nach und nach einstellte. Die A-Jugend und E-Jugend standen jeweils im Entscheidungsspiel um die Meisterschaft, die B-Jugend hatte sich in der Kreisklasse bestens bewährt und die F-1-Jugend hatte die Kreismeisterschaft in der Halle erneut errungen. Dies gab Hoffnung auf bessere Zeiten, denn bald konnten wieder drei Herrenmannschaften am Spielbetrieb teilnehmen.

Zwar wurde im Spieljahr 1982/83 der Spielbetrieb der Reservemannschaft wieder aufgenommen, doch rissen die Aufstellungssorgen nicht ab. Nach dem Wiederaufbau ausreichend besetzter Seniorenmannschaften, einhergehend mit beharrlicher und engagierter Jugendarbeit, folgten für den VfB die Jahre der sportlichen Standortbestimmung. Illusionen wichen der Erkenntnis, dass sportliche Grenzen auch bei guter Nachwuchsarbeit gesetzt sind. Erst die Unterstützung durch das Ehrenmitglied Kurt Dittmann und das besondere Engagement des damaligen Abteilungsleiters Reiner Lacher haben es ermöglicht, durch gezielte Verstärkungen der 1. Mannschaft von außen im Jahr 1988 den Wiederaufstieg in die Kreisliga A zu schaffen.

Meistermannschaft 1988. Hinten (v.l.n.r.): Betreuer U. Nowak, H. Rieger, A. Volker, Z. Dib, W. Muster; M. Meißer; Mitte (v.l.n.r.): Abteilungsleiter R. Lacher, Spielertrainer K. Zaczyk, P Tietsch, J. Meißer; U. Kloke, T. Bachmann, G. Teuscher, G. Kayser; Vorne (v.l.n.r.): A. Burose, B. Kloke, J. Keil, M. Zehlicke, J. Haase, stellv. Abteilungsleiter W. Petzsche

Meistermannschaft 1988. Hinten (v.l.n.r.): Betreuer U. Nowak, H. Rieger, A. Volker, Z. Dib, W. Muster; M. Meißer; Mitte (v.l.n.r.): Abteilungsleiter R. Lacher, Spielertrainer K. Zaczyk, P Tietsch, J. Meißer; U. Kloke, T. Bachmann, G. Teuscher, G. Kayser; Vorne (v.l.n.r.): A. Burose, B. Kloke, J. Keil, M. Zehlicke, J. Haase, stellv. Abteilungsleiter W. Petzsche

Die positive Entwicklung wirkte sich auch auf die inzwischen in der Kreisliga D in Konkurrenz spielende 2. Mannschaft aus, die erst im Ausscheidungsspiel den Aufstieg knapp verpasste.

Seit Jahren begeisterten die Bettenhäuser Fußballfreunde die Erfolgsmeldungen der VfB-Jugendmannschaften sowohl auf dem grünen Rasen als auch in der Halle im Winter. Hier schlug sich die aufopferungsvolle Arbeit eines Teams, des Jugendausschusses und seiner Helferinnen und Helfer nieder, die den Bestand der Fußballabteilung im VfB Kassel sicherten. 

D-Jugend Kreismeister 1988

D-Jugend Kreismeister 1988

Auch der Frauenfußball fand Eingang im VfB Kassel, denn seit dem 13. März 1977 stand eine Damenfußballmannschaft im Spielbetrieb, die seit ihrer Gründung auf dem Feld und in der Halle beachtliche Erfolge erzielte. Sie erreichte in der Saison 1979/80 den Aufstieg in die Bezirksklasse und wurde in der Winterhallenrunde 1980/81 Vizebezirksmeister, ehe im Herbst 1981 die Bezirksmeisterschaft auf dem grünen Rasen und der damit verbundene Aufstieg in die Landesliga gesichert werden konnte, die damals höchste Damenspielklasse im DFB war. Der erfolgreiche Weg unserer Damenmannschaft fand im Winter 1982/83 seine Fortsetzung, als sie schließlich die Bezirksmeisterschaft in der Halle erkämpfte. Im gleichen Jahr holten sich die VfB-Mädels dann noch den Bezirkspokal. Zwar konnte in der Hallenrunde 1983/84 die Meisterschaft nicht verteidigt werden, die Mannschaft wurde jedoch erneut wieder Vizebezirksmeister. Als sich im Frühjahr 1984 die gesamte Mannschaft nach Differenzen mit der Abteilungsleitung abmeldete, musste der Damenspielbetrieb zunächst eingestellt werden.

Nach eineinhalbjähriger Abstinenz gründeten einige „Altdamen“ des VfB, wie sie sich selber bezeichneten, im damaligen Vereinslokal „Zum Anker“ wieder eine Damenmannschaft und nahmen mit neuer Zielsetzung des „Dabei sein ist alles“ an den Winterhallenrunden teil. Leider war dies nur ein kurzes Aufflackern, so dass es heute keine Damenfußballmannschaft mehr im Verein gibt.

1989- 1998

Nach dem Aufstieg der 1. Mannschaft in die Kreisliga A im Jahr des 100jährigen Bestehens des VfB Kassel 1988 hatte die Mannschaft anfänglich Probleme, sich in der neuen Spielklasse zurecht zu finden. Trotz vieler Schwierigkeiten konnte am Ende der ersten Saison ein ausgezeichneter 3. Tabellenplatz erkämpft werden.

In den nächsten Jahren war der Klassenerhalt bei nüchterner Betrachtung der finanziellen und sportlichen Gegebenheiten das dauerhafte Minimalziel. Zu tief saßen bei den Verantwortlichen noch die Erfahrungen aus dem Abstieg des Jahres 1982 und aus sechs harten Jahren in der B-Klasse, so dass im Jahre 1990 nur der 9. Tabellenplatz erreicht werden konnte.

Ein Ereignis, das heute Seltenheitswert besitzt, ergab sich beim traditionellen Hallenfußball Turniers des FSV Kassel zum Jahreswechsel 1990/91. Dessen 1. Vorsitzender ehrte vor eindrucksvoller Zuschauerkulisse den VfB-Torwart Harald Rieger, der zehn Jahre lang ununterbrochen mit der 1. Mannschaft an diesem Turnier teilgenommen hatte. Am Ende der Spielserie wurde der 7. Tabellenplatz erreicht.

Für die neue Spielrunde 1991/92 konnte sich die 1. Mannschaft deutlich verstärken. Sieben Neuzugänge und der fast vollständige Verbleib des bestehenden Spielerkaders führten dazu, dass nun die Messlatte höher gelegt wurde. Saisonziel war nicht mehr nur der Klassenerhalt, sondern um die Meisterschaft mitzuspielen. Bald kam jedoch die Ernüchterung und ausgerechnet die Mannschaft aus Epterode, wohin der „Aufstiegs-Spielertrainer“ des Jahres 1988 - Klaus Zaczyk - gewechselt war, fügte der Ersten die bis dahin höchste Saisonniederlage zu. Auch die Revanche im Rückspiel ging leider zu Ungunsten der Bettenhäuser aus.

Vor dem Hintergrund der Kieselrotaffäre wurde der Hartplatz der Cornelius-Gellert-Kampfbahn, der im Winter die einzige Trainingsmöglichkeit für die Senioren darstellte, gesperrt. Die Mannschaft musste zum Training von 20.00 - 22.00 Uhr nach Oberzwehren fahren. Unter diesen schlechten Bedingungen litt naturgemäß die Trainingsbeteiligung, was sich als klarer Wettbewerbsnachteil erwies. Somit konnte in der Meisterschaft nur der 8. Tabellenplatz erreicht werden.

Auch in den Jahren 1993 und 1994 wurden die Ziele hoch gesteckt. Aber leider blieb am Ende nur der 6. beziehungsweise 7. Tabellenplatz.

Nach diesem Jahr gab der Trainer sein Amt auf, um diese Aufgabe in einem anderen Verein zu übernehmen Mit ihm verließ uns ein erfahrener Sportsmann und vorbildlicher Trainer. Seine erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre führte zu der Entscheidung der Abteilungsleitung, am Konzept des Spielertrainers festzuhalten. Es gelang aber leider nicht an die ordentlichen Ergebnisse der vergangenen Jahre anzuknüpfen, und so rutschte die Mannschaft Ende 1994 bereits bedrohlich ins untere Tabellendrittel ab. Sie schaffte es in den verbleibenden Spielen nicht mehr sich dem Sog des Abstiegsstrudels zu entziehen. Nach sieben Jahren in der seit 1990 als Bezirksliga neu bezeichneten Spielklasse erfolgte der Abstieg in die Kreisliga A (frühere B-Klasse).

Die Abteilungsführung setzte nun auf einen Trainer an der Außenlinie. Doch schon bald zeichnete sich ab, dass die Träume vom direkten Wiederaufstieg wohl nicht in Erfüllung gehen würden. So blieb es am Ende bei einem 8. Tabellenplatz.

Im Jahre 1996 wurde als Ziel der Aufstieg in die Bezirksliga gesetzt. Trotz einiger Spielerverstärkungen hatte die Mannschaft einen schlechten Start in die Punktspielrunde, konnte sich aber bis zum Ende der Vorrunde auf den 2. Platz in der Tabelle vorarbeiten. Acht Spiele vor Saisonschluss wurde endlich die Tabellenführung übernommen und nach zwei Jahren errang die Erste die Meisterschaft der Kreisliga A – Gruppe 1 - und stieg 1997 damit wieder in die Bezirksliga auf.

Angestrebt wurde im ersten Jahr in neuer sportlicher Umgebung ein guter Mittelfeldplatz, um die Spielklasse nicht erneut zu riskieren. Der Einstand gelang auch recht gut. Dass die Mannschaft aber im Jahre 1998 noch den 2. Tabellenplatz einnehmen würde und in der Relegation nur knapp den Aufstieg in die Bezirksoberliga verpassen sollte, hätten sich nur wenige träumen lassen.

Im folgenden Spieljahr 1998/99 erzielte die 1. Mannschaft einen guten Mittelplatz. Die 2. Mannschaft entging knapp dem Abstieg aus der B-Klasse. 

1. Mannschaft 1999/2000. Hinten (v.l.n.r.): Frank Meyer, Frank Schmitt, Mario Skaro, Karsten Schröder, Sven Binder, Dirk Schröder, Sascha Kühn, Volker Adolf, Markus Petzsche, Holger Klessen, Betreuer Manfred Kohlhepp und Thomas Muster; Vorne (v.l.n.r.): Thorsten Funk, Serdar Aygün, Daniel Girmay, Siegmar Stehr, Mathias Persch, Jens Hottenroth, Camil Arsalanovic und Dirk Grass

1. Mannschaft 1999/2000. Hinten (v.l.n.r.): Frank Meyer, Frank Schmitt, Mario Skaro, Karsten Schröder, Sven Binder, Dirk Schröder, Sascha Kühn, Volker Adolf, Markus Petzsche, Holger Klessen, Betreuer Manfred Kohlhepp und Thomas Muster; Vorne (v.l.n.r.): Thorsten Funk, Serdar Aygün, Daniel Girmay, Siegmar Stehr, Mathias Persch, Jens Hottenroth, Camil Arsalanovic und Dirk Grass

Für die Saison 1999/2000 stand eine unvollständige 1. Mannschaft zur Verfügung, die nach Rücknahme der 2. Mannschaft aus dem Spielbetrieb mit den verbliebenen Reserve-Spielern aufgefüllt wurde. Kurzfristig wurden einige Neuzugänge gemeldet. Diese Umstände erwiesen sich als schlecht und die Mannschaft erzielte in 12 Spielen nur 6 Punkte. Die Abteilungsleitung war gefordert zu handeln und versuchte alles, den Abstieg in die A-Klasse zu verhindern, was letztendlich nicht gelang. Die Folge war, dass sich am letzten Tag der Wechselfrist acht Spieler der 1. Mannschaft vom Verein abmeldeten und keine spielfähige Mannschaft am 1. Juli 2000 vorhanden war.

Daraufhin erklärte sich der langjährige Abteilungsleiter Ulrich Nowak nicht mehr bereit irgendwelche Tätigkeiten zu übernehmen. In dieser Krisensituation versuchte der 1. Vorsitzende Manfred Beyer die Fußballabteilung weiter am Leben zu erhalten. In verschiedenen Krisensitzungen wurde von vielen Hilfe und Unterstützung zum Erhalt der Abteilung zugesagt. Erfreulich war, dass sich Reiner Lacher, Uwe Kloke, Harald Rieger, Frank Schmitt, Frank Meyer, Peter Knobel und Jürgen Kemmerzell zur Verfügung stellten, das sinkende Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Mit diesen Sportkameraden gelang es eine spielfähige, wenn auch nicht spielstarke Mannschaft zum Spielbetrieb zu melden. Um Großes zu erreichen, fehlten aber die finanziellen Mittel. Es galt, den 8. Tabellenplatz zu erreichen, der nicht zum Abstieg führten würde. Manfred Beyer führte neben seinen Aufgaben als Vereinsvorsitzenden zusammen mit den Vorgenannten die Abteilung mit Erfolg bis zum Saisonende. Der Abstieg konnte verhindert werden. Allen Beteiligten war klar, dass es so nicht weiter gehen konnte.

FC Viktoria Bettenhausen

Der FC Viktoria Bettenhausen wurde im Jahr 1949 gegründet. Am 27.Juli 1949 hatten etwa 25 Personen in der Wohnung des Sportkameraden R. Emmert den FC Viktoria Bettenhausen aus der Taufe gehoben. Der Vorstand bestand aus folgenden Personen: 1. Vorsitzender Karl Reinhardt, 2. Vorsitzender Karl Reinfurth, Kassierer Philipp Resch, Schriftführer Reinhold Reinhardt und Jugendleiter Hans Thomann. Aller Anfang war schwer für die Vereinsmitglieder. Aber sie schafften es, einen freien Platz im Eichwald, auf dem ein Schäfer seine Schafe geweidet hatte, vom Forstamt in Oberkaufungen als Sportplatz zu pachten. Um den Platz bespielbar zu machen, fanden die Fußballer einen Fuhrunternehmer, der Trümmerschutt - Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs - auf den Platz karrte. Fleißige Helferinnen und Helfer des Vereins planierten die angefahrenen Haufen. Dabei bekamen sie so manche Schwielen an die Finger.

Das erste Vereinslokal, so ist in der Chronik zum 25jährigen Vereinsjubiläum weiter überliefert, war das Eichwaldrestaurant. Während der Spielersitzungen saßen die Frauen der Spieler im Nebenzimmer und strickten Stutzen für die Fußballer. Die Zeiten waren noch schlecht und man musste sich selbst helfen, so gut es ging. Die ersten Trikots wurden ebenfalls von den Frauen des Vereins genäht. Den Stoff hierzu stiftete die Spinnfaser AG dem Verein.

Bereits 1950/51 nahmen zwei Mannschaften an den Serienspielen teil. 

1. Mannschaft 1950/51. Stehend (v.l.n.r.): 1. Vorsitzender K. Reinhardt, R. Reinhardt, E. Vogt, H. Kolbe, H. Junker,J. Klein, E. Klein; Sitzend (v.l.n.r.): Ph. Zorn, H. Daum, R. Wagner, K. Kircher, L. Hilpert, H. Girth, K. Stüber

1. Mannschaft 1950/51. Stehend (v.l.n.r.): 1. Vorsitzender K. Reinhardt, R. Reinhardt, E. Vogt, H. Kolbe, H. Junker,J. Klein, E. Klein; Sitzend (v.l.n.r.): Ph. Zorn, H. Daum, R. Wagner, K. Kircher, L. Hilpert, H. Girth, K. Stüber

In den Jahren 1958/59 erzielte die damalige 1. Mannschaft des FC Viktoria einen großen Erfolg: Sie wurde Kreismeister und nahm damit an den Aufstiegsspielen zur A-Klasse teil. Die Mannschaft schaffte den Aufstieg, gerade rechtzeitig zum 10. Geburtstag des Vereins, der am 8. und 9. August 1959 im Eichwald gebührend gefeiert wurde. Nach dem Aufstieg in die A-Klasse schlug sich die Mannschaft prächtig. Sie erreichte schließlich den 2. Platz hinter dem BC Sport, der in die 2. Amateurliga aufstieg.

Die 1. Mannschaft des FC Viktoria als Kreismeister 1958/59. (v.l.n.r.): Kreisfußballwart H. Stückrath, Hans Thomann, R. Wagner, L. Wagner, H. Weisser, W. Anacker, G. Buchenau, W. Hesse, H. Geertsen, P. Schmitt, Horst Thomann, Heinz Wendel, Spartenleiter Thomann sen.

Die 1. Mannschaft des FC Viktoria als Kreismeister 1958/59. (v.l.n.r.): Kreisfußballwart H. Stückrath, Hans Thomann, R. Wagner, L. Wagner, H. Weisser, W. Anacker, G. Buchenau, W. Hesse, H. Geertsen, P. Schmitt, Horst Thomann, Heinz Wendel, Spartenleiter Thomann sen.

Aber auch im Jugendfußball tat sich positives. Kurt Kircher baute eine neue Jugendabteilung auf, weil der bisherige Jugendleiter H. Thomann wegen des Aufrückens der A-Jugend in die Seniorenabteilung die Spartenleitung übernommen hatte. Nach dem Wegzug Kurt Kirchers übernahm Erich Klein die Leitung der Jugendabteilung. Beide Jugendbetreuer haben sich um den Jugendfußball im FC Viktoria sehr verdient gemacht. 

Aufstieg in die Bezirksklasse 1964/65. (v.l.n.r.): M. Meiler, H. Markert, O. Methe, L. Wagner, P. Schmitt, H. Weißer, G. Böck, W. Anacker, D. Nabert, H. Rieger, W. Hesse, D. Horn, H. Thomann, Spartenleiter Thomann

Bei den Senioren war die Spielzeit 1964/65 ein sportlich wichtiges Datum: Die 1. Mannschaft wurde Zweiter und stieg damit in die Bezirksklasse auf. Ein schöner Erfolg, wenn auch der Verbleib in der Bezirksklasse nicht von langer Dauer war. Nach einjähriger Zugehörigkeit musste die Mannschaft wieder in die A-Klasse absteigen. lm darauf folgenden Jahr erzielte man den 11. Tabellenplatz. Aber man war zufrieden, hatte man doch in diesem Jahr ein Experiment gewagt und jüngere Spieler eingesetzt.

1968/69 spielte folgende Mannschaft: H. Danz, K. Skiba, J. Lind, H. Rieger, W. Anacker, G. Bauer, P. Schmitt, H. Bauer, G. Jagdmann, G. Buchenau, G. Meiler, W. Adolph, K. Mai und R. Kleim. Der vorletzte Tabellenplatz bedeutete für die Mannschaft den Abstieg in die B-Klasse. Das erste Jahr in der B-Klasse brachte der Mannschaft den 11. Tabellenplatz. lm darauffolgenden Jahr sah es nach einem neuerlichen Aufstieg aus. Die Mannschaft stand nach 13 Spielen an erster Stelle. Aber Mönchehof stoppte den Siegeszug des FC Viktoria. Nach der 0:1 Niederlage lief es nicht mehr rund und am Ende der Spielserie reichte es nur zum dritten Platz.

Die Erfolge der 2. Mannschaft konnten sich sehen lassen. ln den Jahren 1970/1971, 1971/72 und 1972/73 errang sie die Gruppenmeisterschaft der Reservemannschaften. 

Aufstieg der 2. Mannschaft 1997 in die B-Klasse. Hinten (v.l.n.r.): Betreuer M. Bilecen, T. Kaiser, A. Stracke, R. Buchenau, D. Kott, H. Winter, M. Böck, M. Reinemann, H. Balzer, Betreuer B. Grotstück; Vorne (v.l.n.r.): P. Kellner, S. Neubert, U. Patzer, H. Klos, Hoffmann, T. Spichale, W. Klos, K. Jäger

Aufstieg der 2. Mannschaft 1997 in die B-Klasse. Hinten (v.l.n.r.): Betreuer M. Bilecen, T. Kaiser, A. Stracke, R. Buchenau, D. Kott, H. Winter, M. Böck, M. Reinemann, H. Balzer, Betreuer B. Grotstück; Vorne (v.l.n.r.): P. Kellner, S. Neubert, U. Patzer, H. Klos, Hoffmann, T. Spichale, W. Klos, K. Jäger

Im Jahr 1965 erfolgte die Gründung einer Alt-Herren-Abteilung. Männer wie M. Janosch, A. Döring, A. Funk, F. Götz, K. Kircher, P. Lülke, W. Feiker, E. Feiker, M. Matusche, E. Klein, H. Lang, L. Schuchhardt, H. Thomann und H. Wendel waren die Pioniere. Leiter der Abteilung waren Alwin Döring und Paul Lülke. Auch wenn es sportlich mit wechselndem Erfolg lief, die Kameradschaft in der Truppe war einmalig. Manches schöne Fest wurde gefeiert und viele schöne Busfahrten fanden statt. 

Altherren-Mannschaft 1981. Hinten (v.l.n.r.): Betreuer O. Methe, M. Schaumburg, H. Rieger, H. Weißer, H. Horch, A. Vockenroth, G. Böck, R. Gutter, H. Thomann, G. Buchenau, K.-H. Markert, P. Schmitt, W. Anacker; Vorne (v.l.n.r.): H. Neubert, L. Wagner, W. Hesse

Altherren-Mannschaft 1981. Hinten (v.l.n.r.): Betreuer O. Methe, M. Schaumburg, H. Rieger, H. Weißer, H. Horch, A. Vockenroth, G. Böck, R. Gutter, H. Thomann, G. Buchenau, K.-H. Markert, P. Schmitt, W. Anacker; Vorne (v.l.n.r.): H. Neubert, L. Wagner, W. Hesse

Der steinige Weg zum Clubhaus war ein Kapitel für sich. Die Spieler zogen sich 1949 - im Jahr der Vereinsgründung – noch im Saal der Vereinsgaststätte um. Nach Spielende, so ist es überliefert, standen mehrere Eimer mit kaltem Wasser (auch im Winter) vor der Gastwirtschaft. Damit wuschen die Spieler sich den Dreck vom Spiel ab. Mitte der 1950er Jahre wählte der Verein ein neues Vereinslokal: die Gaststätte „Zum Osterholz“ (August Kibbhen) an der Heiligenröder Straße. Die Gaststätte ließ auf ihre Kosten im Keller zwei Duschen für die Spieler (Kalt- und Warmwasser) einrichten. Es war wohl ein längerer Anmarschweg zum Sportplatz als zuvor, aber das nahmen die Spieler gern in Kauf, weil die Kameradschaft, der Idealismus sowie die Freude am Spiel auch ohne finanzielle Zuwendungen vorhanden waren. Bis Ende der 1960er Jahre lief das so weiter.

Die Vereinsführung bemühte sich nun aber verstärkt beim zuständigen Forstamt in Oberkaufungen um eine Genehmigung zum Bau eines provisorischen Umkleidehauses. Es sollte aus Holz sein und neben dem Sportplatz unter den Eichen stehen. Nach langen und schwierigen Verhandlungen war es gelungen, vom Forst eine Fläche von etwa 30 Quadratmetern zu bekommen. Die Freude war groß, weil es der Vorstand darüber hinaus noch geschafft hatte, Verhandlungen mit dem CSC 03 über dessen altes Holz-Vereinshaus abzuschließen, das an der Nürnberger Straße stand. Mehrere Vereinsmitglieder gingen an die Arbeit, bauten noch gut erhaltene Teile des Holzhauses aus und brachten sie zum Aufstellungsort im Eichwald. Auch der Wunsch des Forstamtes, das Haus grün anzustreichen, wurde von den Fußballern gern erfüllt. Das Umkleidegebäude war für die Spieler ein großer Fortschritt, denn sie mussten den Weg von der Gaststätte nicht mehr auf sich nehmen, sondern konnten sich gleich am Sportplatz umziehen und auf den Platz gehen. Ein „Wermutstropfen“ bestand dennoch: Die Spieler mussten sich wie in alten Zeiten mit kaltem Wasser waschen, das die guten Nachbarn des Fasanenwegs bereit stellten. Mit der zunehmenden Zahl an Mitgliedern wuchs der Wunsch im Verein nach einem größeren und massiv errichteten Clubhaus. Der Vorstand führte einen intensiven Schriftverkehr mit der Stadtverwaltung. Diese forderte schließlich den Vorstand auf, durch eine Entwurfszeichnung und einen Finanzierungsplan seine Vorstellungen zum Bau eines Clubhauses zu verdeutlichen. Der Verein beauftragte den Architekten Helmut Fey, einen Entwurf zu zeichnen und es folgte eine Phase von Verhandlungen mit verschiedenen Behörden. Der Vorstand hatte großes Glück. Er fand in Kassels Sportamtsleiter Rainer Kuhlmann einen Menschen, der Verständnis hatte für den Wunsch des Vereins und sich für dessen Verwirklichung stark einsetzte. Mit seiner Hilfe wurden die Verhandlungen mit der Forstbehörde und den Stadtverordneten geführt. Als die Finanzierung des Umkleidehauses durch Zuschüsse der Stadt Kassel, des Landes Hessen und des Bundes sowie durch Darlehen und Eigenleistung endlich gesichert und viele andere Fragen geklärt waren, war man voller Erwartungen.

Es dauerte eine geraume Zeit, bis die lang ersehnte Genehmigung zum Bau des Clubhauses vorlag und der Vorstand im Frühjahr 1980 den ersten Spatenstich vollziehen konnte. Die Mitglieder des FC Viktoria schlüpften in den „Blaumann“ und arbeiteten in ihrer freien Zeit als Maurer, Putzer, Fliesenleger, Maler, Schreiner und Installateure. Nach eineinhalb Jahren harter Arbeit und über 3000 freiwilligen Arbeitsstunden war es endlich geschafft. Der 1. Vorsitzende Manfred Zimmer übergab am 12. September 1981 das neue Clubhaus des FC Viktoria im Eichwald seiner Bestimmung, jedoch nicht ohne den vielen Helfern herzlich zu danken, allen voran Sportamtsleiter Rainer Kuhlmann. Kassels Bürgermeister Heinz Hille lobte als Sportdezernent das besondere Engagement der Vereinsmitglieder. Er sagte: „Sie haben hier eine Einrichtung geschaffen, die ihresgleichen sucht.“ Hille sprach von einer idealen Kombination von Umkleidehaus und Clubhaus. Diese Einrichtung, auf die der Verein angesichts der Eigenleistung seiner Mitglieder stolz sein könne, werde den Verein weiter beleben.

Im Jahr 1998 erfuhr das Clubhaus im Eichwald noch eine Erweiterung. Mit einer Eigenleistung von über 2000 Arbeitsstunden wurde es auf ca. 200 qm vergrößert und verfügte nun über zwei neue Umkleidräume und eine Sauna. 

Das neu erbaute Clubhaus im Eichwald

Das neu erbaute Clubhaus im Eichwald

VfB Viktoria Bettenhausen

Wie bisher mehrfach erwähnt, stand die Jugendarbeit immer im Mittelpunkt der Fußballabteilung des VfB Kassel und des FC Viktoria Bettenhausen. Die Jugendleitungen waren stets bemüht, die entstehenden Lücken im Seniorenbereich durch eigenen Nachwuchs zu schließen. Durch die gesellschaftliche Entwicklung, dass eine B-/A-Jugendmannschaft kostenmäßig nur auf einem hohen Niveau zu betreiben ist und diese Kosten aus dem Jugendhaushalt nicht allein zu bestreiten waren, kamen im Jahre 1999 die Überlegungen des FC Viktoria Bettenhausen und des VfB Kassel zum richtigen Zeitpunkt über eine JSG nachzudenken und die Bedingungen zu formulieren, unter denen eine JSG zu betreiben wäre. In Verhandlungen mit den Verantwortlichen beider Vereine wurde im Frühjahr 1999 beschlossen, eine „JSG Bettenhausen“ zu gründen. Von Seiten des Verbandes kam die Auskunft, dass unter Berücksichtigung der vorgelegten Zahlen und Fakten einer Genehmigung nichts im Wege stehen würde. Nach Beantragung durch die beteiligten Vereine wurde die JSG dann genehmigt.

Die Meldung der JSG zum Spielbetrieb 1999/2000 ergab, dass die JSG mit neun Mannschaften an den Start ging. Im Ergebnis kann heute festgestellt werden, dass die JSG der Vorreiter einer Fusion beider Vereine zum VfB Viktoria Bettenhausen e.V. war.

Die guten Erfahrungen, die die Fußballjugend des VfB Kassel mit der eingegangenen Spielgemeinschaft mit dem FC Viktoria Bettenhausen gemacht hatte, waren Motor dafür, dass beide Bettenhäuser Vereine Gespräche aufnahmen, um zu sondieren, wie man gemeinsam den Fußballsport in Bettenhausen erhalten könne. Sehr konstruktive, vertrauensvolle und faire Gespräche führten zu Mitgliederbeschlüssen beider Bettenhäuser Vereine mit dem Auftrag eine Fusion zum VfB Viktoria Bettenhausen e.V. einzugehen. Diese wurde zum 1. Juli 2001 besiegelt. 

Gründungsväter des VfB Viktoria Bettenhausen e. V.: (v.l.n.r.): Manfred Beyer, Dirk Franke, Helmut Klos, Karl Heinz Markert

Gründungsväter des VfB Viktoria Bettenhausen e. V.: (v.l.n.r.): Manfred Beyer, Dirk Franke, Helmut Klos, Karl Heinz Markert

 

Hinweis: Diese Chronik erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Anmerkungen, Hinweise, Korrekturen, Lob oder Kritik nehmen wir sehr gerne unter website@vfb-viktoria-bettenhausen.de zu Kenntnis. Sollten Sie noch über Bildmaterial, Fotos oder andere Dokumente verfügen, die ihren Platz in dieser Chronik suchen, freuen wir uns sehr auf die Zusendung an die genannte E-Mail-Adresse oder über eine kurze Nachricht.